Ein Moment aus der Praxis
Eine nachdenkliche Jugendliche deckte eine Karte auf und las:
„Woraus schöpfe ich Hoffnung?“
Sie schwieg einen Moment.
„Im Augenblick eigentlich aus gar nichts.“
Dann blieb ihr Blick auf der Karte liegen. Nach einer Weile sagte sie:
„Vielleicht doch daraus, dass ich heute hier sitze und nicht aufgegeben habe.“
Warum dieses Werkzeug entstanden ist
Mit zunehmendem Alter werden viele Fragen größer.
Wer bin ich?
Was wird aus mir?
Und welchen Platz möchte ich im Leben einnehmen?
In der Praxis begegnen uns Jugendliche und junge Erwachsene, die sich selbst sehr hohe Maßstäbe setzen. Nicht selten richten sich diese Ansprüche irgendwann gegen sie selbst.
Gedanken beginnen zu kreisen. Die Schwere bekommt viel Raum. Und manches, was früher selbstverständlich war, rückt in den Hintergrund.
Der Blick fällt dann leicht auf all das, was fehlt, nicht gelingt oder Sorgen macht.
Umso wichtiger wird es, wieder in Kontakt zu kommen mit dem, was trägt, stärkt und Hoffnung macht.
Und manchmal entstehen dabei ganz einfache Erkenntnisse:
„Meine Gedanken sind nicht die ganze Wahrheit.“
„Ich darf freundlich mit mir umgehen.“
„Ich kann entscheiden, womit ich mich beschäftige.“
Was in der Praxis oft passiert
Innehalten
Wer über längere Zeit niedergeschlagen ist, funktioniert oft nur noch. Vieles läuft weiter, obwohl die Kraft längst fehlt. Die Karten schaffen Momente, in denen Menschen kurz innehalten und wahrnehmen, was eigentlich gerade in ihnen vorgeht.
Hinterfragen
Gedanken, die über lange Zeit selbstverständlich erschienen, werden überprüfbar. Manche Überzeugungen verlieren ihre Selbstverständlichkeit. Neue Sichtweisen werden möglich.
Neu einordnen
Kaum eine Schwierigkeit erzählt die ganze Geschichte. Viele entdecken wieder Fähigkeiten, Erfahrungen und Kraftquellen, die im Alltag kaum noch Beachtung gefunden haben. Gespräche entstehen dabei oft ganz von selbst.
Entscheiden
Mit der Zeit rückt die Frage in den Vordergrund: Womit möchte ich mich beschäftigen? Worauf möchte ich meinen Blick richten? Was tut mir gut und was eher nicht?
Ausprobieren
Manche Erkenntnisse bleiben nicht nur Gedanken. Kleine Impulse und Aktionen laden dazu ein, neue Erfahrungen zu sammeln und hilfreiche Strategien im Alltag auszuprobieren.
Aus der Werkstatt
Gerade Jugendliche und junge Erwachsene empfinden es oft als entlastend, nicht ständig über Probleme sprechen zu müssen. Die Aufmerksamkeit richtet sich auf die Karten, die Fragen und die Gedanken dahinter. Dadurch entstehen Gespräche häufig leichter und natürlicher.
Was wir an dieser Schatzkiste besonders schätzen: Sie verbindet Nachdenken und Ausprobieren. Die Karten laden dazu ein, Gedanken zu hinterfragen, neue Sichtweisen zu entdecken und einzelne Impulse direkt im Alltag zu erproben.
Häufig kommt zunächst die Memo-Schatzkiste LEBENSFREUDE 12+ zum Einsatz und später die Memo-Schatzkiste LEBENSFREUDE 16+.
Beide Spiele greifen ähnliche Themen auf, unterscheiden sich jedoch in Sprache, Fragestellungen und Tiefe. Dadurch können Jugendliche und junge Erwachsene dort abgeholt werden, wo sie gerade stehen.