Aus Stärken wird Bestärkung und Ermutigung.
Ein Moment aus der Praxis
Ein Jugendlicher saß vor einem Blatt Papier. In der Mitte war ein Rucksack gezeichnet.
„Stell dir vor, du gehst auf eine längere Wanderung“, sagte ich.
„Was würdest du in den Rucksack einpacken?“
Genug zu trinken.
Etwas zu essen.
Etwas, das mir den Weg zeigt.
Vielleicht Musik.
Feste Schuhe hab ich.
Vielleicht jemanden, der mitkommt.
Nach und nach füllte sich der Rucksack. Dann schaute er auf das Blatt. Und sagte:
„Eigentlich habe ich schon ziemlich viel dabei.“
Warum dieses Werkzeug entstanden ist
Wir haben Ideen, Wünsche oder Ziele für unseren weiteren Weg.
Ähnlich wie vor einer längeren Wanderung stellen sich dabei Fragen wie:
Was nehme ich mit?
Worauf kann ich mich verlassen?
Wer begleitet mich?
Und manchmal sind da auch Zweifel, Unsicherheiten oder Hindernisse, die im Wege stehen.
Die eigenen Schätze – Stärken, Fähigkeiten und Erfahrungen – dürfen dann erst einmal gehoben werden.
Und dann liegen plötzlich ganz einfache Erkenntnisse auf dem Tisch:
„Ich kann mehr, als ich dachte.“
„Vieles trägt mich.“
„Es gibt Menschen an meiner Seite.“
Gedanken, die uns bei der Entwicklung begleitet haben
- Stärken sind nicht immer sofort sichtbar.
- Bewältigte Herausforderungen und Erfolge verdienen Aufmerksamkeit.
- Unterstützung gehört zu unseren Ressourcen.
- Das Schwere darf für einen Moment Pause machen.
- Vieles, was uns trägt, ist längst da.
Was in der Praxis oft passiert
Menschen finden Worte.
Vergessene Stärken werden wieder sichtbar.
Der Blick verändert sich.
Negative Selbstbilder bekommen Konkurrenz.
Menschen erleben sich nicht nur über ihre Probleme.
Etwas Stärkendes wird mitgenommen.
Ganz praktisch:
Überraschende Rollenwechsel:
Bei der Variante „Ich bin Du“ wechseln wir die Perspektive. Wenn der Therapeut oder die Gruppe ausspricht: „Ich glaube, deine Freunde schätzen an dir besonders ...“, sorgt das für echte Gänsehaut und bricht alte, negative Selbstbilder sanft auf.
Positive Ansteckung:
In Gruppen entsteht eine wunderbare Dynamik des gegenseitigen Bestärkens. Die Jugendlichen hören einander zu, entdecken Parallelen („Das kenne ich von mir!“) und spüren, dass sie mit ihren Zweifeln nicht alleine sind.
Ein starker Stunden-Ausklang:
Selbst wenn das Spiel nur am Ende der Sitzung für eine einzige, blind gezogene Karte genutzt wird, gehen die Klienten mit einem spürbar aufgerichteten, positiven Gefühl nach Hause – die eigene Ressource arbeitet im Alltag weiter.
Aus der Werkstatt
Die Basis schaffen.
Eigene Stärken zu entdecken, ist ein wichtiger erster Schritt.
Eng damit verbunden ist die Frage, wie wir mit uns selbst umgehen.
Es uns wert zu sein, gut für uns zu sorgen.
Kräfte erhalten.
Und mit Belastungen umgehen.